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Kelle konkuriert mit Klarinette
Kelle konkurriert mit Klarinette
Jetzt schaffen sich auch die Oerlenbacher Musiker ihr eigenes Heim
Den einstigen Hof hatte die Gemeinde 2009 erworben, um die Bemühungen, den Altort mit Leben zu erfüllen, zu unterstützen. Das leer stehende Anwesen bot dem Musikverein die Chance, sich auf eigene Füße zu stellen. Anfang 2010 erfasste Architekt Burkard Kuhn, selbst Mitglied im Musikverein, die Bausubstanz und entwickelte ein Programm für den Um- und Ausbau. Eigens hinzugezogen wurde ein Statiker, um Dach und Decken zu überprüfen und zu gestalten.
Am 31. Mai 2010 Jahres liefen die Arbeiten an. Der Großteil erfolgte bislang in Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder. Am Anfang galt es, aus- und aufzuräumen. Anbauten wurden abgebrochen, im ehemaligen Wohnhaus Zwischenwände und der Großteil der Decke zum Dachboden entfernt. „Es gab viel Dreck und Staub“, erinnert sich Vorsitzender Franz Kuhn, „aber die Begeisterung war groß, so dass die Arbeiten gut vorangingen.“
Dies gilt bis heute. Inzwischen kamen 5500 freiwillige Arbeitsstunden zusammen. „Auf 8000 bis 10 000 werden wir kommen“, blickt Kuhn voraus, „denn noch gibt es viel zu tun.“
Im Erdgeschoss werden kleinere Übungsräume, kleine Küche und Platz für Inventar geschaffen. Im Obergeschoss entsteht ein 85 Quadratmeter großer Übungsraum mit Notenschrank. Der Bau wurde verlängert, um Treppenhaus und Toiletten zu schaffen. Fachfirmen übernahmen Beton-, Zimmerer- und Verputzerarbeiten.
Nach dem Entkernen legten die Helfer neue Abfluss- und Wasserleitungen sowie Elektroinstallation. Es folgten Estrich und Einbau von Haustüre, einigen Fenstern und Ständerwänden sowie Drainagen rund um das Haus.
Das künftige Vereinsheim erhält eine Elektroheizung mit Infrarotwärme, „aber nur dort, wo nötig“, erklärt Kuhn. Um die Kosten niedrig zu halten, komme es auf eine möglichst optimale Wärmedämmung an. „Räume, die nur dem Abstellen dienen, bleiben kalt.“ Mit der Dämmung werden die Schallimmissionen niedrig gehalten, liegt doch der Bau umgeben von Wohnhäusern; und mit den Nachbarn soll es keine Probleme geben.
Aktuell sind die Helfer dabei, Rigipsplatten im Obergeschoss anzubringen. In den Toiletten laufen die Fliesarbeiten.
Wie bei den Musikerheimen in Ebenhausen und Rottershausen trägt die Gemeinde als Eigentümerin auch hier die Materialkosten. Veranschlagt sind in Oerlenbach 195 000 Euro, von denen der Verein 80 000 Euro als Eigenleistung einbringt.
quelle: Mainpost.de